Zwei Fahrer, ein Fahrzeug — die Mehrfahrerbesatzung ist der Schlüssel für lange Strecken ohne langen Fahrzeugstillstand. Statt der üblichen 24-Stunden-Grenze gilt für Teams eine 30-Stunden-Regel für die tägliche Ruhezeit (Art. 8 Abs. 5 VO 561/2006).
Diese Seite erklärt, wann eine Doppelbesatzung im Sinne der Verordnung vorliegt, wie die 30-Stunden-Regel funktioniert, warum die Pause auch als Beifahrer zählt und wo die Grenzen liegen.
→ Zum kostenlosen LenkzeitrechnerEine Mehrfahrerbesatzung liegt vor, wenn während jeder Lenkphase zwischen zwei täglichen Ruhezeiten — oder zwischen einer täglichen und einer wöchentlichen Ruhezeit — mindestens zwei Fahrer im Fahrzeug sind, um zu fahren.
Bei Einzelbesatzung muss die tägliche Ruhezeit dagegen innerhalb von 24 Stunden liegen. Die sechs zusätzlichen Stunden verschaffen dem Team Spielraum: Während ein Fahrer lenkt, kann der andere Pause machen oder in der Koje ruhen — das Fahrzeug bleibt in Bewegung. So sind Fahrzeuglaufzeiten von rund 18 bis 20 Stunden am Stück realistisch.
Fahrer A und Fahrer B starten gemeinsam nach einer Ruhezeit. Sie wechseln sich ab; wer nicht fährt, macht Pause oder ruht:
| Block | Fahrer A | Fahrer B |
|---|---|---|
| 0:00–4:30 | lenkt (4,5 h) | Bereitschaft / Pause |
| 4:30–9:00 | Pause / Bereitschaft | lenkt (4,5 h) |
| 9:00–13:30 | lenkt (4,5 h) | Pause / Bereitschaft |
| 13:30–18:00 | Pause / Bereitschaft | lenkt (4,5 h) |
| ab spätestens Std. 30 | 9 h Ruhezeit | 9 h Ruhezeit |
In diesem Muster fährt jeder Fahrer 9 Stunden (innerhalb der zulässigen Grenze), das Fahrzeug ist rund 18 Stunden in Bewegung — und beide nehmen rechtzeitig ihre 9-Stunden-Ruhe innerhalb des 30-Stunden-Fensters.
Ein Fahrer darf seine 45-minütige Fahrtunterbrechung auch dann einlegen, wenn er als Beifahrer neben dem lenkenden Kollegen sitzt und das Fahrzeug fährt. Das ist einer der größten Vorteile der Doppelbesatzung: Die Pflichtpause „läuft mit", ohne dass das Fahrzeug anhalten muss.
Die Zeit neben dem fahrenden Kollegen zählt als Bereitschaftszeit — weder als Lenkzeit noch als Ruhezeit. Sie ist am Fahrtenschreiber entsprechend einzustellen. Die tägliche Ruhezeit dagegen muss bei stehendem Fahrzeug genommen werden; sie darf nicht während der Fahrt in der Koje „nebenher" laufen.
Wie eine Kontrolle abläuft und welche Nachweise mitzuführen sind, lesen Sie unter Kontrolle & Bußgeldverfahren. Die Grundregeln zu Pausen und Ruhezeiten stehen auf den Seiten Pausenrechner und Ruhezeiten.
Nein. Jeder Fahrer bleibt bei maximal 9 Stunden Tageslenkzeit (zweimal pro Woche 10 Stunden). Nur die Fahrzeuglaufzeit steigt, weil sich die Fahrer abwechseln.
Nein, jeder Fahrer hat sein eigenes 30-Stunden-Fenster. In der Praxis legen Teams die Ruhezeiten aber meist zusammen, wenn das Fahrzeug ohnehin steht.
Die Regel stellt auf die Mehrfahrerbesatzung ab, also mindestens zwei Fahrer. Auch bei mehr Fahrern muss jeder einzelne innerhalb von 30 Stunden seine 9-Stunden-Ruhe genommen haben.
Unser Rechner berücksichtigt Pflichtpausen, verkürzte Ruhezeiten und die 10-Stunden-Verlängerung — eine solide Basis für die Planung jeder Fahrerschicht.
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